Seminare, Weiter- und Fortbildungen 2010

Fortbildung für Ärzte

Supervision und Weiterbildung

Weiterbildskurse Approche sexocorporelle (AS)
in Österreich

Weiterbildung in klinischer Sexologie Grundlagen des Approche sexocorporelle von J.Y. Desjardins Eine neue Weiterbildung (Lehrgang 2009-2011) beginnt am 24. September 2009. Dazu findet am 24. April 2009 ein Einführungsseminar statt.

Das Konzept des Approche sexocorporelle

Ausbildungsziele der Weiterbildung
Approche sexocorporelle (AS)

Kenntnisse / Wissen / Verstehen

  • Sexualität im gesellschaftlichen Kontext
  • Theoretische Grundlagen des Approche sexocorporelle (AS)
  • Modell sexueller Funktionalität
  • Bedeutung des Lernens in der Sexualentwicklung
  • Erregungsmodi und Erregungsquellen
  • Interaktion physiologischer und intrapsychischer (sexodynamischer) Komponenten
  • beim Aufbau sexueller Spannung
  • Geschlechtsspezifischen Entwicklungslinien aller Komponenten sowie deren Integration
  • Zusammenwirken der verschiedenen Komponenten bei der Entstehung sexueller
  • Probleme bei Männern und Frauen
  • Eigene Kodifizierungen von Sexualität (Einstellungen, Werte, Denkweisen)
  • Sexualmedizinische Grundlagen

Körperliche Lernschritte

  • Zentrierung, unterschiedliche Atmungstypen
  • Dissoziieren von Bewegungsabläufen
  • Wahrnehmen unterschiedlicher Spannungszustände der Muskulatur
  • Doppelte Schaukel
  • Kennenlernen und Üben der verschiedenen körperlichen Basisfähigkeiten, welche die sexuelle Erregung beeinflussen und emotionales Erleben unterstützen
  • Wahrnehmen sinnlicher, emotionaler und symbolischer Elemente der Sexodynamik in Verbindung mit den integrierten körperlichen Fähigkeiten

Lernschritte bezüglich der sexodynamischen Komponenten

  • Evaluation eigener Stärken/Fähigkeiten und Grenzen bezüglich aller Komponenten als Basis persönlicher Lernschritte.
  • Erkennen des Zusammenhangs zwischen Qualität der eigenen Erregungsfunktion und der Qualität des erotischen Erlebens
  • Modelling unter Einbezug der Gruppe als Spiegel

Beziehungsfähigkeiten

  • Kennen, Verstehen und Aneignen persönlicher Mittel/Instrumente bezüglich verbaler und nonverbaler Kommunikation, erotischer Verführung, erotischer Kompetenz

Sexualtherapeutische Fähigkeiten

  • Sprechen über Sexualität, Vermitteln von sexologischem Wissen
  • Beobachtung, Analyse und Beurteilung von Körperhaltung, -ausdruck
    und -dynamik («Bodyreading»), dh. der körperlichen Spiegelung
  • Evaluation sämtlicher Komponenten
  • Erkennen der Logik des Systems
  • Sexologische Diagnostik, direkte und indirekte Kausalitäten
  • Ausarbeiten eines Therapiekonzeptes auf der Basis des AS, ausgehend
  • Festlegen einzelner Therapieschritte/Inhalte
  • Informieren, Kommunizieren und Vermitteln der Interventionen
  • Vermitteln der Übungen
  • Sensibilisierung für interdisziplinäres Arbeiten
  • Erkennen eigener Grenzen
Ausbildungsinhalte des Lehrgangs

Hier finden Sie alle Informationen zu den Ausbildungsinhalten und den einzelnen Modulen. Insgesamt besteht diese Ausbildung aus sieben Modulen - unterhalb sind die genauen Inhalte jedes Moduls beschrieben.

Modul 1

Einführung in den Approche sexocorporelle (AS)

  • Sexualitäten im sozialen Wandel
  • Entwicklung der Sexualwissenschaften
  • Sexualtherapeutische Modelle/Schulen
  • Theoretische Grundlagen des AS, einer integrativen, interaktiven und entwicklungsorientierten Sichtweise menschlicher Sexualität
  • Ein Modell sexueller Funktionalität/Gesundheit

Der Sexualisierungsprozess I
(geschlechtsspezifische Sexualentwicklung)

  • Geburt bis Adoleszenz
    Integration des bereits vorgeburtlich angelegten Erregungsreflexes in die sich entwickelnden und im Laufe des Lebens verändernden psychischen und körperlichen Funktionen (innerhalb eines bestimmten sozialen Umfelds) als lebenslanger Weg der Bewusstwerdung dessen, was wir «unsere Sexualität» nennen.

Die Erregungsfunktion bei Mann und Frau

  • Erregungskurven
  • Erregungsquellen
  • Erregungsmodi: archaischer-, mechanischer-, ondulierender-, wellenförmiger EM

  • Körperliche Basisfähigkeiten bezüglich Bewegung, Rhythmen, Muskeltonus, Atmung, Zentrierung, Haltung
  • Integrierte körperliche Fähigkeiten zur Steigerung, Diffusion, Kanalisierung und Loslassen der Erregung in der orgastischen Entladung (doppelte Schaukel)
  • Geschlechtsspezifische Unterschiede bezüglich Wahrnehmung, Kodifizierung, Symbolisierung und Aneignung der Erregungsfunktion

  • Einfluss der Erregungsmodi auf das Erleben von Sexualität
    Veränderung des Erregungsmodus mit Hilfe der integrierten körperlichen Fähigkeiten
  • Erweitern des Wahrnehmungsraumes
    Entwicklung erotischer Basisfähigkeiten wie lustvolles Erleben der sexuellen Erregung (Lustfunktion), Steigerung derselben, Hingabe, emotionale und orgastische Entladung als Voraussetzung der Orgasmie

Kognitive Komponenten

  • Kenntnisse, Mythen, Normen, Vorstellungen bezüglich Sexualität
  • Individuelle Sexualitätskonzepte
  • Kognitionen und sexuelle Selbstwahrnehmung
  • Einflüsse auf sexuelle Lernschritte in verschiedenen Lebensphasen
    Bearbeiten dysfunktionaler Kognitionen
Modul 2

Sexodynamische Komponenten: Definition und Entwicklung

  • Gefühl der Zugehörigkeit zum eigenen Geschlecht
  • sexuelle Selbstsicherheit
  • sexuelle Lust
  • sexuelles Begehren
  • sexuelle Attraktionskodes
  • emotionale Intensität
  • sexuelle Fantasien

Integration der erotischen Basisfähigkeiten in die sexuelle Psychodynamik (Sexodynamik)

Sexuelle Probleme aus der Sicht des AS

  • Verstehen der verschiedenen sexuellen Probleme aus der Sicht des AS, dh. ausgehend vom Modell sexueller Funktionalität
  • Direkte und indirekte Kausalitäten

Beziehungskomponenten

  • Liebesgefühl und sexuelles Begehren
  • vom Traum zur Realität
  • Egozentrierung/Heterozentrierung
  • Verführung und «Antiverführung» in Paaren von Dauer
  • intrapsychische und kommunikative Voraussetzungen erotischer Verführung
  • Erotisierung von Nähe und Distanz
  • Körpersprache im Spiel des Verführens
  • Sinne und Sinnlichkeit
  • Erotische Intimkommunikation

Einführung ins «Modelling»

Modul 3

Therapeutisches Vorgehen

  • Differenzierung von psychischer und sexueller Gesundheit
    • Auswirkungen von sexuellen Problemen auf die psychische Gesundheit
    • Auswirkungen psychischer Erkrankungen auf die Sexualität
  • Paar- und/oder Einzeltherapie?

Evaluationsmodell

  • Evaluation der Erregungsfunktion
  • Evaluation der Sexodynamik
  • Bodyreading:
    • Körperliche Strukturierung emotionaler und sexueller Spannung
    • Der Körper als Spiegel der Sexodynamik
    • Die Rolle des Bodyreading in der sexologischen Diagnostik

Evaluation, Diagnostik, Logik des Systems und Behandlungsmodelle bei

  • Vorzeitigem Samenerguss Typ I a, I b und II
  • Anorgastie, koitale Anorgastie / Anorgasmie, koitale Anorgasmie
  • Vaginismus
    • phobischer
  • Dyspareunie

Therapeutische Technik, Arbeit mit Übungen

Biologische und sexualmedizinische Grundlagen

  • Genitale Schmerzsyndrome
  • Beckenboden und Sexualität

Modelling

Supervision

  • An einem der Kursbende ist die Teilnahme an einer Gruppensupervision möglich.
Modul 4

Evaluation, Logik des Systems, Diagnostik und Behandlungsmodelle

  • Probleme mit dem sexuellen Begehren
    • koitales Begehren, sexuelles Begehren, koital sexuelles Begehren
  • Störungen der Verführungsfunktion
  • Erektionsprobleme, Erektionsstörungen
  • Verzögerte/fehlende Ejakulation und Orgasmusprobleme

Therapeutische Technik, Arbeit mit Übungen

Sexualisierungsprozess II

  • Sexuelles Lernen in verschiedenen Lebensphasen
  • Sexuelles Lernen bei körperlichen und geistigen Behinderungen

Biologische und medizinische Grundlagen

  • Medikamente, Drogen und Sexualität
  • Sexuelle Probleme von Männern und Frauen im höheren Lebensalter
  • Auswirkungen von körperlichen Krankheiten und Behinderungen auf die Sexualität

Prognosekriterien

Abschluss der Sexualtherapie

Modelling

Körperlicher Krankheiten und Behinderungen auf die Sexualität

Supervision

  • An einem der Kursbende ist die Teilnahme an einer Gruppensupervision möglich.
Modul 5

Geschlechtsidentität

  • Vom biologischen zum sozialen Geschlecht
  • Menschen zwischen den Geschlechtern, «Intersexualitäten»

Das Gefühl der Zugehörigkeit zum eigenen Geschlecht (GdG)

  • Entwicklung und Konstruktion
  • Bedeutung der Erregungsfunktion
  • Archetyp (Intrusivität/Rezeptivität) und Stereotyp (kulturelle Zuschreibungen)
  • Symbolisierung und Erotisierung des Archetyps

Probleme mit dem GdG

  • Verunsicherungen im Erleben der eignen Männlichkeit/ Weiblichkeit im Zusammenhang mit sexuellen Problemen
  • Ambivalenz, Ambiguität
  • Heterophobie, Homophobie
  • Autogenitophobie
  • Frauen und Männer im falschen Körper

Evaluation, Diagnostik, Logik des Systems und Konsolidierungsmöglichkeiten

Biologische und medizinische Grundlagen

Modelling

Supervision

  • An einem der Kursbende ist die Teilnahme an einer Gruppensupervision möglich.
Modul 6

Vielfalt sexueller Ausdrucksweisen und Interaktionen

  • Sexualitäten im Internet

Sexuelle Attraktionskodes

  • Polarität, Ausrichtung, Spektrum
  • Funktion in Autoerotik und Beziehungssexualität
  • Veränderung der AK

Probleme mit den Attraktionskodes bei Männern und Frauen

  • bezüglich Ausschliesslichkeit als Erregungsquelle: Fetischismus, Transvestismus, Dominanz – Unterwerfung, SM
  • bezüglich soziale Normen: Pädosexualität, Exhibitionismus, Voyeurismus
  • Von den traditionelle Perversionstheorien zum Konzept des AS

Evaluation, Diagnose, Logik des Systems, Therapie

Probleme im Zusammenhang mit dranghaft-«süchtigem» Erleben von Sexualität

  • Subjektives Erleben der Unkontrollierbarkeit der eigenen sexuellen Impulse

Evaluation, Diagnose, Logik des Systems, Therapie

Integration des AS in die eigene therapeutische Arbeit

Supervision

  • An einem der Kursbende ist die Teilnahme an einer Gruppensupervision möglich.
Modul 7

Selbstevaluation

Abschluss und Auswertung der Ausbildung

Leitung Dr. med. Peter Gehrig
FMH Psychiatrie u. Psychotherapie
Klinischer Sexologe ASClif (Association des Sexologues Cliniciens francophones)
Sexoanalytiker (Institut International de Sexoanalyse, Montréal)
Gründungsmitglied und Ausbildner des Institut Sexocorporel International (ISI), J.-Y. Desjardins, Genf
Assistenz Francesca Galicia Thiele, Sexualpädagogin ISP
Spezialisierung Sexologie ZAK, Basel
Ausbildung AS, ISI Genf
Certificat de formation continue en «Sexologie Clinique», Université de Genève

Kursort

Wien
Einführungsseminar zur Ausbildung 2009/10 Freitag 24.04.2009 von 14 bis 18 h

Kurstermine Lehrgang 2009-2011

Seminar 1: 24.09. bis 27.09.2009
Seminar 2: 03.12. bis 06.12.2009
Seminar 3: 25.02. bis 28.02.2010
Seminar 4: 17.06. bis 20.06.2010
Seminar 5: 30.09. bis 03.10.2010
Seminar 6: 09.12. bis 12.12.2010
Seminar 7: 26.03. bis 29.03.2011

laufende Ausbildung Seminar 5: 27.11. bis 30.11.2008
Seminar 6: 15.01. bis 18.01.2009
Seminar 7: 26.03. bis 29.03.2009


Zertifizierung Diese Fortbildung wird vom «Institut Sexocorporel International» Jean-Yves Desjardins ISI anerkannt und vom ZISS zertifiziert.


Anmeldung, weitere Informationen Mag. Wolfgang Kostenwein
Österreichisches Institut für Sexualpädagogik
Sollingergasse 23/22
A-1190 Wien

Tel.: +43 1 328 66 30
team@sexualpaedagogik.at
www.sexualpaedagogik.at