Grundlagen

Die Besonderheit des Approche Sexocorporelle (AS) ist eine differenzierte und umfassende Einbeziehung von psychischen, kognitiven, sexodynamischen, beziehungsdynamischen und physiologischen Komponenten im Erleben der eigenen Sexualität (siehe Grafik).

Einflussfaktoren


Der AS betrachtet den Menschen als körperlich und seelisch untrennbare Einheit, unterscheidet jedoch aus wissenschaftlichen Gründen den expliziten Körper (den sichtbaren, bewegbaren Körper, die Sinnesempfindungen) und den impliziten Körper (Wahrnehmungen, Emotionen, Gedanken, Fantasien).

der Sexualisierungsprozess

Die menschliche Sexualentwicklung – der Sexualisierungsprozess – dauert von der frühesten Kindheit bis ins Alter und verläuft über eine Vielzahl von persönlichen Lernschritten. Die Hirnreifung spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Auseinandersetzung mit der Umwelt.
Der Sexualisierungsprozess beginnt mit dem bereits vorgeburtlich angelegten Erregungsreflex, der sich im Verlauf der Entwicklung mit immer mehr motorischen, sensorischen, symbolischen, kognitiven und kommunikativen Funktionen verbindet.

Alle diese Komponenten werden in der therapeutischen Begleitung in Betracht gezogen, was in dieser umfassenden Art sonst in keinem anderen sexualtherapeutischen Ansatz passiert.

Wissenschaftliche Entwicklung des Ansatzes von Approche Sexocorporelle

Ansatz des Approche Sexocorporelle

Jean – Yves Desjardin entwickelte den Ansatz des Approche Sexocorporelle (AS) am Department de sexologie de l’Universite du Quebec in Montreal, der weltweit einzigen sexologischen Fakultät, die er gemeinsam mit Prof. Claude Crepault gründete. Auf der Basis von klinischen Beobachtungen und wissenschaftlichen Untersuchungen erarbeitet er bis 1988 ein Modell sexueller Entwicklung und Funktionalität, welches er seither in Zusammenarbeit mit Sexologinnen und Sexologen entsprechend neuer sexualwissenschaftlicher Erkenntnisse erweiterte.

Das Therapeutische Konzept von AS

Behandlung sexueller Störungen

Bei der Behandlung sexueller Störungen wird ein großes Augenmerk auf die Erregungsfunktion gelegt, das ist das Steigern, Modulieren und lustvolle Erleben der Erregung. Ausschlaggebend für die Art, wie wir Erregung wahrnehmen, ist die eigene Möglichkeit, Atmung, Muskeltonus, Bewegung und Rhytmus differenziert einzusetzen und dadurch Sexualität dementsprechend zu erleben. Es werden fünf verschiedene Erregungsmodi unterschieden.
50 % der sexuellen Probleme stehen in direktem Zusammenhang mit der Art und Weise, wie limitiert Atmung, Muskeltonus, Bewegung und Rhythmus eingesetzt werden.

Klinische Erfahrungen zeigen mit aller Deutlichkeit, wie Störungen der Erregungsfunktion (Ejaculatio präcox, Anorgasmien, Lustlosigkeit, erektile Dysfunktionen etc..), des sexuellen Begehrens und zum Teil des Erlebens der Geschlechtsidentität mit Lernschritten auf der Ebene der Erregungsfunktion zusammenhängen.